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MLM-Fachartikel

Sektenähnliche Praktiken im MLM

Gier frisst Hirn! - In diesem Zusammenhang sollte man sich auch einmal mit den sekten- ähnlichen Praktiken im Multi-Level-Marketing- bzw. im Network-Marketing-Geschäft befassen. Manchmal ist es reine Gehirnwäsche, man sollte nur einmal eine Sponsorschulung sowie ein Erst-werbegespräch in Begleitung eines versierten Psychotherapeuten aufsuchen.

Also hier etwas zu den sektenähnlichen Praktiken aus dem Deutschen Bundestag - 13. Wahl-periode Bericht der Enquete-Kommission:

5.3 Wirtschaftliche Aspekte

5.3.1 Einleitung
Bereits im Zwischenbericht der Enquete-Kommission wird auf die wirtschaftlichen Be-tätigungsfelder der neuen religiösen und ideologischen Gemeinschaften und Psycho-gruppen eingegangen. Die Enquete-Kommission hat sich in einer Reihe von Anhörungen sowie in einer schriftlichen Befragung von Wirtschafts-verbänden mit dem Einfluß neuer religiöser und ideologischer Gemeinschaften und Psycho-gruppen in der Wirtschaft befaßt.

Weiterhin wurde die zu diesem Bereich vor-handene Literatur in die Auswertung mit einbezogen. Hierzu muß angemerkt werden, daß es bisher keine zusammenfassende systematische Darstellung gibt. Am häufigsten wird die Thematik am Einzelfall im Zusammenhang mit einzelnen Gruppierungen in den ent-sprechenden Publikationen abgehandelt. Der weitaus größte Teil dieser Darstellungen bezieht sich auf die Scientology-Organisation. Allerdings werden in den letzten Jahren zunehmend unterschiedliche Anbieter auf dem in den vergangenen 25 Jahren entstandenen soge-nannten Psycho- und Lebenshilfemarkt kritisch hinterfragt. Insbesondere sind in diesem Zusammenhang Anbieter gemeint,die Seminare und Kurse zur Persönlichkeitsentwicklung und/oder Unternehmens- und Management-beratung betreiben.

Die neuere Auseinandersetzung beschäftigt sich darüber hinaus mit dem Gebaren von Struktur-vertrieben und Multi-Level-Marketing-Firmen, deren krasseste Form die sogenannten Schneeballsysteme sind. Festzuhalten ist, daß die Übergänge zwischen als neue religiöse unidelogische Gemeinschaften und Psycho-gruppen zu qualifizierenden Organisationen und in der Wirtschaft auftretenden Trainingsschulungs-oder auch Direktvertriebsunternehmen fließend sein können, bzw. die bei neuen religiösen und ideologischen Gemeinschaften und Psycho-gruppen aufzufindenden Methoden auch in speziellen Firmen Anwendung finden.

Als problematisch erweisen sich folgende Felder:
- Verstöße gegen sozial- und arbeitsrechtliche Bestimmungen,
- die Gefahr unzulässiger Informations- und Datenerhebung,
- der Versuch, durch Kooperation in einem bestimmten Marktsegment eine starke Position zu erreichen, z.B. Umwandlungsmarkt von Miet- in Eigentumswohnungen,
- die Gefahr von Handlungen einzelner Mitglieder/Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen oder auch Firmen im Hinblick auf Wirtschaftskriminalität,
- die bewußte wirtschaftliche Schädigung unerfahrener oder in solchen Dingen weniger erfahrener Bürger einschließlich der Anwendung dubioser und fragwürdiger Mittel und Methoden,
- das durch verdecktes Vorgehen von Gruppen und entsprechende Gegenmaßnahmen wachsende gegenseitige Mißtrauen einschließlich der Gefahr von Imageschäden durch die Verbreitung von Gerüchten über dieZugehörigkeit zu einer bestimmten Organisation.

Der Enquete-Kommission liegen durch zahlreiche Einzelfälle dokumentierte Erkenntnisse vor, in denen Firmen und/oder Einzelne durch neue religiöse und ideologische Gemeinschaften und Psychogruppen geschädigt worden sind.

Die Betätigungsfelder und die damit auftretenden Problemstellungen für einzelne Personen, aber auch für Firmen, sind zum Teil branchen-spezifisch unterschiedlich. Feststellbar ist, daß verschiedenste Gruppen über Schulungen, Management und Trainingsschulungen ver-suchen, Personen zu erreichen, die für ihre Organisation als Mitglieder finanziell potent und/oder auch für die Verbreitung der Ideologie undTechnologie der Gruppe von Wichtigkeit sein können.

Gleichzeitig werden in diesen Fällen über diese Trainings- und Schulungsprogramme und Ver-haltensformen die Ideologie und Verhaltens-formen der jeweiligen Gruppe in die Wirtschaft eingeführt.

Zu unterscheiden ist hier sicherlich zwischen den Ansätzen von Trainingsprogrammen zur Menschenführung und anderen Bereichen. Denn problematisch kann es insbesondere immer dann werden, wenn über das "Kopftraining" der Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen der Realitätsverlust hinsichtlich der Zugehörigkeit zu der Gruppe soweit fortschreitet, daß die Bindung an die Gruppe stärker wird als die Ausrichtung an allgemein anerkannten Regeln und Zielen einer ökonomischen und sozialen Betriebsführung.

Damit verbunden ist in der Regel dann auch ein Loyalitätsverlust gegenüber dem Arbeitgeber. Dies kann für das entsprechende Unternehmen bis hin zu der Gefahr führen, daß Betriebsge-heimnisse verraten werden.

Es gilt also aufzuzeigen, daß Mitglieder be-stimmter problematischer Gruppen nicht nur im wirtschaftlichen Bereich tätig sind, um ihrer Gruppe Geld zukommen lassen zu können, sondern daß wirtschaftliche Betätigung zur Strategie einer Gruppe gehören kann. Das heißt auch, daß auf den ersten Blick unauffällig wirkende Firmen in Wahrheit die Ideologie der jeweiligen Gruppe in die Wirtschaftswelt hineintragen können oder sollen.

Ein weiterer nicht zu vernachlässigender Aspekt in diesem Zusammenhang ist die Situation der Arbeitnehmer/Arbeitnehmerinnen in den ent-sprechenden Firmen. Die Abhängigkeit vom System und der Ideologie der Gruppe beinhaltet die Möglichkeit der Umgehung arbeits- und sozialrechtlicher Vorschriften bzw. Mindest-bedingungen.

Bei bestimmten Gruppen ergibt sich diese Vor-gehensweise aus dem System. Dies reicht von Scheinselbständigkeit mit den damit für den einzelnen verbundenen bekannten Problemen bis hin zur Verstrickung der Mitarbeiter/Mitglieder in kriminelle Handlungen.

Will man dem Gesamtphänomen gerecht werden, muß eine Differenzierung vorgenommen werden. So muß auch der sich in der Bundesrepublik Deutschland immer weiter ausbreitende Markt im Bereich sogenannter Strukturvertriebe oder Multi-Level-Marketing-Systeme in diesem Zusammenhang beleuchtet werden. Denn hier wirken gleiche oder ähnliche Mechanismen zur Ideologisierung und psychischen Bindung der Mitarbeiter, die, verbunden mit der spezifischen Form des Firmen- oder Systemaufbaus, besonders im arbeits-und sozialrechtlichen Bereich (z.B. Scheinselbständigkeit) zu massiven Problemen für die Betroffenen führen können.

5.3.2 Beispiele für Vorgehen in der Wirtschaft
A. Scientology-Organisation. Die auf dem "Psychomarkt" als Anbieter auftretenden Vereine der Scientology-Organisation ....

5.3.3 Strukturvertriebs- und Multi-Level-Marketing-Systeme
Problematische Gruppen können also hinsichtlich des Aufbaus, der Art der Mitgliederwerbung sowie der auf die Ziele der Gruppe ausge-richteten Schulungsangebote im ersten Anschein für ein Unternehmen gehalten werden, das nach der aus den USA stammenden Verkaufsmethode arbeitet. Daher können die Übergänge von Strukturvertriebs- bzw. Multi-Level-Marketing-Systemen zu problematischen Gruppen der Psychoszene fließend sein.

Kann man bei den klassischen Franchise-Unter-nehmen in den meisten Fällen noch von einem durchschaubaren Betriebssystem sprechen, wird im boomenden Markt der Strukturvertriebs- bzw. Multi-Level-Marketing-Systeme die Situation unübersichtlich.

In der Regel wird ein seriöses Franchise-Unter-nehmen seine Mitarbeiter mit Lizenzverträgen an Produkt und Unternehmen in der Form binden, daß hier klare rechtliche und damit justitiable Verbindungen entstehen. Im Regelfall ist hier das Interesse der Mutterfirma, das Verkaufsnetz über eigene Geschäfte, eine zentral gesteuerte Werbung für die Produkte, einheitliche Ausstat-tung der Geschäftsläden und den Verkauf des Warensortiments mit geringem Stammpersonal-aufwand zu gestalten. Diese Form des Ge-schäftsverhaltens ist in der Bundesrepublik Deutschland seit langer Zeit etabliert. Selbst-verständlich kann auch bei dieser Form nicht ausgeschlossen werden, daß die Lizenznehmer solcher Unternehmungen über vertragliche Bestimmungen so fest an das Stammunter-nehmen gebunden werden, daß ihnen andere berufliche Alternativen für lange Zeit verwehrt bleiben. Bei fachkundiger juristischer Beratung sollte allerdings der Schaden für den Einzelnen eher gering ausfallen (Anmerkung der MLM-Akademie-Reaktion: Lizenzgebühren sind oft teuer und durchaus als verlustreicher Schaden anzusehen, wenn das Franchise-System nicht wirtschaftlich funktioniert!).

Die klassischen Strukturvertriebe zeichnen sich dadurch aus, daß sie pyramidenartig angelegt sind. Die zu werbenden Mitarbeiter müssen in der Regel durch den Kauf von Produkten des jeweiligen Unternehmens finanziell in Vorleistung treten. Häufig binden sie sich über Verträge langfristig an die Firma und verpflichten sich, unabhängig vom Absatz der schon erworbenen Produkte, immer weitere Artikel zu erwerben. (Anmerkung der MLM-Akademie-Redaktion: Kommt heute kaum noch vor, hier hinken die Erkentnisse von Bürokraten der aktuellen Entwicklung weit hinterher!) Speziell für den Verkauf dieser Produkte finden häufig Schulungen statt, bei denen nicht nur Verkaufs-strategien, sondern auch die Firmenideologie vermittelt wird. Solche Unternehmungen werden in den Medien hin und wieder "Sekten" und Psychogruppen zugeordnet, da diese Firmen die geworbenen Mitarbeiter als gesamte Person vereinnahmen und die Firmenideologie zur Lebensphilosophie des Einzelnen werden kann.

Multi-Level-Marketingsysteme und auch die Schneeballgewinnspiele sind dem Gesamtbereich Strukturvertriebe zuzuordnen. Multi-Level-Marketing stellt eine Sonderform von Direkt-vertrieb dar, d.h. des direkten Absatzes vom Hersteller an gewerbliche oder private Konsumenten ohne Einschaltung von Handels-betrieben. Es gibt die unterschiedlichsten Formen derartiger Strukturvertriebe.

Eine Form des Multi-Level-Marketings verbindet das Warengeschäft mit der Gewinnung von weiteren Verkaufsmitarbeitern durch einen bereits im System arbeitenden Verkäufer. Dadurch entstehen hierarchisch gestufte Ver-käuferketten mit einem hierarchisch gegliederten Provisionssystem, bei dem alle Mitarbeiter/ Mitarbeiterinnen auf allen Hierarchieebenen finanziell aus vermittelten Geschäften der niedrigeren Hierarchiestufe beteiligt sind. Dieses System der Entlohnung nach Umsatz mit der Aussicht auf Aufstieg in eine höhere Hierarchie-ebene, der die Beteiligung an weiteren anteiligen Provisionen aus den unteren Stufen mit sich bringt, schafft für alle Mitarbeiter/Mitarbeiter-innen einen starken psychologischen Anreiz zur Akquisition.

Ein ähnlich starker Anreiz, neue Kunden zu werben, besteht in den als Pyramiden- oder Kettenspiel bezeichneten Gewinnerwartungs-systemen, die einen Sonderfall der Struktur-vertriebe darstellen. Sie unterscheiden sich von Strukturvertrieben darin, daß nur noch bloße Gewinnerwartungen aber keine konkreten Waren und Leistungen mehr verkauft werden. Im übrigen sind beide Formen strukturell und funktional ähnlich. Die Belohnung der Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen (Mitspieler/ Mitspielerinnen) für die Gewinnung eines neuen Mitarbeiters, einer neuen Mitarbeiterin erzeugt für das System eine auf Expansion gerichtete Dynamik im Sinne eines sich selbstorganisieren-den Systems.

5.3.5 Gewinnerwartungssysteme
Da die Komplexität der Gesamtproblematik in der Enquete-Kommission erkannt wurde und weil die Übergänge zwischen ideologischen Gemein-schaften sowie Psychogruppen und als sogenannte Strukturvertriebe auftretende Unternehmen nicht klar zu trennen sind, ließ sich die Enquete-Kommission von einem Vertreter der Staatsanwaltschaft München I über Struktur-vertriebe, insbesondere über die Kundenge-winnung in sogenannten Schneeball-Systemen informieren. Die hier angewendete Werbe-strategie zeigt in idealtypischer Weise, wie in als unseriös einzustufenden Betrieben dieser Art Menschen häufig mittels List zum Kauf von Produkten angehalten und gleichzeitig als neue Werber (Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen) gewonnen werden sollen. Eine besondere Gefahr des Verstoßes gegen Strafgesetze und besonders gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb sind die Ketten-Pyramidengewinn-Spielsysteme. Diese bieten keine Produkte mehr an, sondern erwarten geldliche Vorleistungen als Spieleinsatz von den Angeworbenen. Das Beispiel Kaizen ist hierfür symptomatisch.

(Quelle: Hans-Peter Popowski)

(Anmerkung der MLM-Akademie-Redaktion: Strafrechtlich relevante Verfolgungen von MLM-Firmen führen nur relativ selten zum Ziel - viel größer ist allerdings die Gefahr einer falschen MLM-Firmenpolitik/-Strategie, da die meisten MLM-Firmen aus organisatorischen oder finanzellen Problemen heraus die ersten zwei Jahre nicht überstehen. Dieser Bericht der Enquete-Kommission zeigt auch mal wieder deutlich wie gering die Lobby der MLM-Vertriebe ist.)



Letzte Aktualisierung
12.11.2011

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